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Methodik & Quellen
Wie der Wohn-Score berechnet wird, welche Daten einfließen, und was er bewusst nicht kann.
Der Wohn-Score ist eine gewichtete Kombination aus 7 Hauptkategorien, jede auf einer Skala von 0–100. Alle zugrunde liegenden Werte stammen aus öffentlichen, amtlichen oder offenen Geodaten — keine Nutzerbewertungen, keine Werbung, keine bezahlte Platzierung. Die Gewichtung ist eine bewusste Design-Entscheidung von SollichHierWohnen.de, keine wissenschaftlich "bewiesene" Formel.
Die 7 Hauptkategorien
Jede Kategorie fließt mit einem festen Anteil in den Gesamt-Score ein:
Alltag
22%
Sicherheit
18%
Klima & Komfort
15%
Wohnqualität
15%
Mobilität
12%
Familie
10%
Nachhaltigkeit
8%
Sicherheit — wie berechnet
Ausgangspunkt ist ein Deduktionsmodell: 100 Punkte, mit Abzügen für konkrete Risiken. Hochwasser (HQ10/HQ100/HQextrem als ein kombinierter Faktor, 65% Gewicht innerhalb dieser Kategorie), Lärmpegel, Waldbrandempfindlichkeit (eigene Schätzung, kein offizieller DWD-Index), und Wasserschutzgebiete.
Bewusst so gewichtet, dass "harte" Klimadaten (Hitze, Luft, Niederschlag) stärker zählen als Grün/Schatten allein — letztere können ein ungünstiges Klimaprofil nicht vollständig ausgleichen.
Wohnqualität — wie berechnet
Faktor
Gewicht
Bebauungsdichte (Optimum-Kurve, ~38% gilt als ideal)
37%
Wohnfläche pro Kopf
27%
Leerstandsquote
18%
Haushaltsgröße
18%
Bebauungsdichte basiert auf ALKIS-Daten, die aktuell nur für NRW verfügbar sind. Außerhalb NRW steht dieser Faktor (37% dieser Kategorie) neutral auf 50 — Wohnqualität-Scores außerhalb NRW sind dadurch tendenziell weniger differenziert.
Nachhaltigkeit — wie berechnet
Faktor
Gewicht
Solarpotenzial (Dachfläche & -ausrichtung)
25%
Hitzetage-Trend
15%
ÖPNV-Nähe
15%
Grünflächenanteil
15%
Glasfaserverfügbarkeit
10%
E-Ladestation-Nähe
10%
Baumkronenbedeckung
10%
Solarpotenzial-Daten (Solarkataster) sind aktuell nur für Düsseldorf verfügbar. Andernorts steht dieser Faktor neutral auf 50.
Prozent-Ranking (Perzentil)
Neben dem Score selbst zeigen wir, wie eine Adresse im Vergleich zu anderen Orten abschneidet — "besser als X% der Adressen in [Kreis/Bundesland]". Das basiert auf einer landesweiten Stichprobe von rund 40.000 Punkten (Zensus-bevölkerungsgewichtet), für die derselbe Score berechnet wurde. Es werden zwei Vergleichsebenen berechnet — Kreis/kreisfreie Stadt und Bundesland — mit einer Mindestanzahl von 30 Stichprobenpunkten pro Ebene für ein verlässliches Ergebnis; bei zu wenig Punkten im Kreis wird nur die Bundesland-Ebene angezeigt.
Verteilung der Stichprobe: 413 von rund 400 Kreisen/kreisfreien Städten sind abgedeckt (nahezu vollständig), mit durchschnittlich 96 Punkten pro Kreis (Median: 87). Bei rund 17 % der Kreise (73 von 413) liegt die Anzahl unter der eigenen 30-Punkte-Verlässlichkeitsschwelle — dort greift automatisch der Fallback auf Bundesland-Ebene, nie ein unzuverlässiger Kreis-Wert.
Datenquellen
Eine Auswahl der wichtigsten Quellen (nicht erschöpfend — bei Hochwasser, Lärm und Bodenrichtwerten variiert die konkrete Landesbehörde je nach Bundesland, auch wenn die Abdeckung selbst inzwischen bundesweit bzw. weitgehend ist):
● Deutscher Wetterdienst (DWD) — Klimadaten
● UFZ-Dürremonitor — Bodentrockenheit
● Copernicus (EU) — Baumkronenbedeckung
● Umweltbundesamt — Luftqualität
● OpenStreetMap — Infrastruktur, POIs, Grünflächen
Die Aktualität unterscheidet sich stark je nach Quelle und Datentyp:
●Klimadaten (DWD, Luftqualität): mehrjährige Durchschnittswerte, keine Tageswerte
●Demografie (Zensus): Momentaufnahme aus 2022 — die nächste bundesweite Zählung folgt erst nach mehreren Jahren
●Bodenrichtwerte: von den Gutachterausschüssen der Länder in der Regel jährlich neu festgesetzt
●Hochwasser & Lärmkartierung: von den Landesbehörden in mehrjährigen Zyklen aktualisiert (oft alle 3–6 Jahre, je nach Bundesland)
●Infrastruktur & Breitband (OpenStreetMap, Bundesnetzagentur): halbjährlich bis kontinuierlich aktualisiert
SollichHierWohnen.de übernimmt jeweils den neuesten zum Abfragezeitpunkt verfügbaren Datenstand der jeweiligen Quelle. Bei Unsicherheit über die genaue Aktualität einer einzelnen Kennzahl empfiehlt sich zusätzlich der Blick auf die verlinkte Originalquelle.
Was der Score bewusst nicht kann
Regionale Datenlücken: Hochwasser- und Lärmdaten decken inzwischen alle 16 Bundesländer ab. Bodenrichtwerte sind für 9 von 16 Bundesländern verfügbar (NRW, Sachsen, Niedersachsen, Hessen, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg) — außerhalb davon steht dieser Faktor neutral. ALKIS-Daten (Flurstück & Gebäude, für die Bebauungsdichte) sind weiterhin nur für NRW verfügbar.
Keine Innenbesichtigung: Der Score bewertet ausschließlich die Lage — Zustand, Ausstattung oder Grundriss einer konkreten Immobilie fließen nicht ein.
Keine Zukunftsprognose: Einige Kategorien (z. B. "Zukünftiges Klimarisiko", "Zukünftige Nachfrage nach Kinderbetreuung") sind Signalisierungen auf Basis aktueller Trends, keine Vorhersagen.